Das CJD - Die Chancengeber CJD Sigmaringen

Projektwoche 100 % Menschenwürde

24.03.2016 CJD Sigmaringen « zur Übersicht

Anlässlich der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“, die aus einer Bündelung von fast 30 Initiativen im Jahr 2015 erwachsen ist, veranstaltete das CJD Sigmaringen mit einigen Azubis eine Projektwoche unter dem Motto „100 % Menschenwürde – Gemeinsam gegen Rassismus“.

Nach Feierabend trafen sich einige Jugendliche und besuchten gemeinsam mit ihrem Jugendleiter ein Begegnungscafé, wo zwischen 18.00 und 20.00 Uhr die Möglichkeit besteht, Asylsuchenden oder anerkannten Asylanten bei Kaffee und Kuchen zu begegnen und mit Gesprächen oder Spielen in freundschaftlicher Atmosphäre in Kontakt zu treten. Interessant war für viele einmal aus erster Hand zu erleben, was ein junger Flüchtling aus Syrien, der mittlerweile anerkannt ist und sich bereits seit 2 Jahren in Deutschland aufhält, leisten musste und noch muss, um hier Fuß fassen zu können.

Am nächsten Abend näherten sich die Teilnehmer dem Thema Rassismus über einen Kinofilm aus dem Jahre 1993, der das wohl dunkelste Kapitel deutscher Geschichte zum Inhalt hatte: Schindlers-Liste. Die Authenzität dieses Films und die Unfass­barkeit der Geschehnisse im 3. Reich hinterließen bei allen Zuschauern tiefe Betroffenheit. Deswegen haben sich die Projektteilnehmer erst wieder am nächsten Tag zu einem gemeinsamen Gespräch versammelt.

Dabei ging es im Kern um zwei wesentliche Fragen: Lässt sich Rassismus genau definieren oder hat dieser Begriff viele Bedeutungen bzw. lässt dieser viele verschieden Interpretationen zu? Welche Tugenden oder Eigenschaften muss die Menschheit entwickeln, um nicht empfänglich zu werden für rassistische Tendenzen. Hier wurde im Verlauf der Diskussion deutlich, dass eine gesunde Urteilsfähigkeit verbunden mit Offenheit und Vorurteilslosigkeit gegenüber anderen Menschen wesentliche Voraussetzungen dafür sind. Ebenso hilfreich oder notwendig sind auch Toleranz, Zufriedenheit und Nächstenliebe.

Wie so große Ziele im Kleinen gelebt werden können, ließ sich gut nachvollziehen anhand einer Reportage über das Gebiet um das Kottbusser Tor in Berlin, wo Menschen unterschiedlichster Herkunft und Gesinnung und aus unterschiedlichstem Milieu stammend auf engem Raum in großer Zahl zusammenleben. Anhand der dort gezeigten Menschen war ein sehr hohes Maß an Toleranz und freundlichem Miteinander erkennbar und erlebbar.

Mit diesen versöhnlichen Eindrücken endete die Projektwoche, die die Teilnehmer dazu anregen, Fremdem gegenüber stets unvoreingenommen und freundlich zu begegnen.